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Deutz-Dieselloks GK9 B

Deutz Dieselloks GK9 B (MAH 914) Gewicht 2,7 t Leistung 9 PS (Position 1 bis 4)

Eine der kleinsten Diesel-Grubenlokomotiven. Dieser Loktyp wurde 1954 im Schauinsland zum Abtransport des Ausbruchmaterials bei der Auffahrung des nördlichen Teils vom Tiefen Stollen aus Richtung Erzwäscherei eingesetzt. Die Entwicklung der kleinen Deutz-Grubenloks MLH 514 (ab 1933), MLH 714, MLH 914, MAH 914, letztlich GK9 B mit liegendem 1-Zylinder 4-Takt verdampfungsgekühlten Dieselmotor, ist bemerkenswert. Ab 1954 ging Deutz zunehmend von den Motor- zu Typenbezeichnungen (GK9 B) über, wobei einen Fülle verschiedenster Loktypen von 2 bis über 80 t hergestellt wurde.
 
Start durch Ankurbeln von Hand mit Hilfs-Einspritzventil. Der einfache Diesel-Motor mit einem Hubraum von 1.100 cm³ ist verdampfungsgekühlt, also ohne eigentlichen Kühler und Wasserpumpe. Leistung 9 PS bei 1.450 U/min. Reinigung der Auspuff-Abgase durch Wasservorlage. Mechanisches Wendegetriebe mit 2 Gängen. Antrieb der beiden Achsen durch Ketten. Geschwindigkeit maximal 3,3 und 7 km/h.
 
Insgesamt wurden 352 dieses verbreiteten Loktyps MAH 914, später GK9 B, im Zeitraum 1947-1970 von Deutz (Köln) hergestellt. Deutz ist mit Abstand nach den Stückzahlen der bedeutendste deutsche Hersteller mit knapp 20.000 gefertigten Normalspur-, Feldbahn- und Grubenlokomotiven.
 
 

1. Deutz GK9 B Fabrik-Nr. 55952 Motor-Nr. 1475487 Baujahr 1956

Von der Forschergruppe Steiber 1989/90 komplett instandgesetzt in 245 Arbeitsstunden und seither wieder betriebsbereit.
 

Nach der Instandsetzung

 

Vor der Instandsetzung

 
Vorbesitzer:
• Februar 1956 geliefert an Gewerkschaft Finstergrund/Wieden.
• 1972 übernommen von Fluß- und Schwerspatwerke/Pforzheim und umgespurt von 500 auf 600 mm durch ungewöhnliches Aufweiten des Rahmens. Eingesetzt in der Grube Käfersteige am Förderschacht auf den Tiefbausohlen.
• 1986 in nicht funktionsfähigem Zustand an Museums-Bergwerk Schauinsland.
Daten: Markus Kiefer
 
 

2. Deutz GK9 B Fabrik-Nr. 55987 Motor-Nr. ? Baujahr 1957

Von der Forschergruppe Steiber 1989/90 komplett instandgesetzt. Fahrerstand fehlt.
 

Nach der Instandsetzung

 
Vorbesitzer:
• Februar 1957 geliefert an Farbenfabrik Bayer AG/Leverkusen für Zeche Plessbach.
• 1972 übernommen von Fluß- und Schwerspatwerke/Pforzheim und umgespurt von 500 auf 600 mm durch ungewöhnliches Aufweiten des Rahmens. Eingesetzt in der Grube Käfersteige am Förderschacht auf den Tiefbausohlen.
• 1986 in nicht funktionsfähigem Zustand an Museums-Bergwerk Schauinsland.
Daten: Markus Kiefer
 
 

3. Deutz MAH 914 (GK9 B) Fabrik-Nr. ? Motor-Nr. 2200441 Baujahr ?

Nicht überholt und nicht funktionsfähig.
 

Vor der Instandsetzung

 
Vorbesitzer:
• 1972 übernommen von Unruh Fels- und Stollenbau/Hinterzarten. Eingesetzt in der Grube Menzenschwand bis zur Grubenschließung 1990 auf den Tiefbausohlen.
• 2004 in nicht funktionsfähigem Zustand an Museums-Bergwerk Schauinsland.
Daten: Markus Kiefer
 
 

4. Deutz MAH 914 (GK9 B) Fabrik-Nr. 56616 ? Motor-Nr. 1235617 Baujahr 1958

Von der Forschergruppe Steiber 2007/08 komplett instandgesetzt in 265 Arbeitsstunden und seither wieder betriebsbereit.
 

Nach der Instandsetzung

 
Vorbesitzer:
• Oktober 1958 geliefert an Erzbergbau Siegerland und eingesetzt im Eisenerz-Bergbau.
• 1972 übernommen von Unruh Fels- und Stollenbau/Hinterzarten. Eingesetzt in der Grube Menzenschwand bis zur Grubenschließung 1990 auf den Tiefbausohlen.
• 2004 in nicht funktionsfähigem Zustand an Museums-Bergwerk Schauinsland.
Daten: Markus Kiefer
 

 

FGS 12/2019